Pastorin Winkelmann verabschiedet

Nachricht 21. September 2020

Von Schinkel-Ost nach Hannover-Ost

Am Sonntag wurde Pastorin Kristin Winkelmann in einem Gottesdienst in der Jakobusgemeinde verabschiedet und von ihrem Dienst in der Jakobus- und der Timotheusgemeinde entpflichtet. Zum 1. Oktober tritt sie eine Pfarrstelle in Hannover-Misburg, einem Stadtbezirk im Osten der niedersächsischen Landeshauptstadt, an.

Der Gottesdienst zur Verabschiedung fand draußen statt, auf der Rasenfläche vor der Kirche und auf dem Gemeindeparkplatz – bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Wer nicht das Glück hatte, einen Platz im Schatten der Kastanien zu ergattern, wurde mit einem Regenschirm versorgt, der kurzerhand in einen Sonnenschirm umfunktioniert wurde. „Ich packe alles ein, was mein Leben begleitet hat“, sagte Pastorin Winkelmann zu Beginn ihrer Predigt. Eines jedoch würde sie nicht einpacken müssen: „Gott zieht mit um, er ist die Konstante und die Zuversicht.“ Gleichzeitig wäre mehr einzupacken als eine Menge Kartons. „Ich nehme auch viele schöne Erinnerungen mit, wie an das Dinner in Rot-Grün in Jakobus oder die freigeräumte Timotheuskirche im Jahr der Freiräume“, so Pastorin Winkelmann, die zum Schluss ihrer Predigt allen Gottesdienstbesuchern ein gutes, süßes, neues Jahr wünschte. Süß, weil der Sonntag nicht nur für Pastorin Winkelmann einen Neuanfang bedeutet, sondern auch das jüdische Neujahrsfest – Rosch Haschana – markiert. An diesem Tag ist es Brauch, ein in Honig eingetauchtes Apfelstück zu essen, um den Wunsch nach einem „süßen Jahr“ voller Segen und Fülle zum Ausdruck zu bringen.

Gott zieht mit um, er ist die Konstante und die Zuversicht.

Pastorin Kristin Winkelmann

Sieben Jahre in Jakobus und Timotheus

Pastorin Winkelmann wurde offiziell entpflichtet von der stellvertretenden Superintendentin des Kirchenkreis Osnabrück, Pastorin Andrea Kruckemeyer. „Pastorin Winkelmann war sieben Jahre in der Jakobus- und der Timotheusgemeinde tätig“, blickte Pastorin Kruckemeyer zurück. „Eine Zeit, in der beide Gemeinden mehr zusammengewachsen sind und gleichzeitig ihre Eigenheiten bewahren konnten.“ Pastorin Winkelmann habe die Arbeit in zwei Kindertagesstätten unterstützt, viele Menschen seelsorgerlich begleitet und sich vor allem für den Konfirmandenunterricht begeistert – mit einem wunderbaren Kreis von Teamern. Nun beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt in Hannover-Misburg. „Ein aufregender Neubeginn, in einer neuen Stadt, in einer neuen Gemeinde und sicher auch mit vielen neuen Menschen“, so die stellvertretende Superintendentin, die Pastorin Winkelmann – passend zum jüdischen Neujahrsfest – einen süßen Granatapfel überreichte. Ein Granatapfel soll 613 Kerne haben. Das entspricht im Judentum der Zahl der Mitzwot, der religiösen Gebote. Granatäpfel werden traditionell zu Rosch Haschana gereicht – zur Erinnerung an Gottes Versprechen, das Volk Israel vielköpfig und stark werden zu lassen. An Kristin Winkelmann gewandt, sagte Pastorin Kruckemeyer: „Für dich sollen die 613 Kerne für Ermutigung und Zuversicht stehen und für einen guten Neubeginn in der neuen Gemeinde.“

Für Pastorin Winkelmann sollen die 613 Kerne des Granatapfels für Ermutigung und Zuversicht stehen.

Pastorin Andrea Kruckemeyer, stellvertretende Superintendentin

Über 360 Euro für Partnerkirchenkreis in Südafrika

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Verabschiedung ließen Björn Dehnen, stellvertretend für die Jakobusgemeinde, und Claudia Kaminski, für die Timotheusgemeinde, die sieben Jahre Dienst von Pastorin Winkelmann in einem sehr unterhaltsamen Dialog Revue passieren. Pastor Karsten Kümmel aus der Paulusgemeinde und Pastor Matthias Bochow aus der Petrusgemeinde bedankten sich für die gute Zusammenarbeit in der Region Ost des Kirchenkreises, zu der auch die Christusgemeinde Belm mit Pastor Arne Schipper und die Johannesgemeinde in Vehrte mit Pastor Simon Kramer gehören. Maria Lückmann, Sozialpädagogin im Gemeindedienst der Katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz, hob die Gastfreundschaft der Jakobusgemeinde hervor, denn während des Umbaus der benachbarten Rosenkranzkirche konnte die Gemeinde ihre Gottesdienste ein dreiviertel Jahr lang in der Jakobuskirche feiern. Die Teamer überreichten ihr zum Abschied ein selbst gestaltetes Plakat mit der Aufschrift „Gott geht mit“. Das Schlusswort war Pastorin Winkelmann selbst vorbehalten: „Statt Geschenken habe ich zu meiner Verabschiedung um eine Spende für unseren Partnerkirchenkreis Umfolozi in Südafrika gebeten. Die Menschen dort leiden sehr unter den coronabedingten Einschränkungen. Bitte helfen Sie mit, das Leid etwas zu lindern.“ Das Spendenergebnis kann sich sehen lassen: Es kamen 362 Euro zusammen, die vor allem für Essenspakete für notleidende Familien gebraucht werden.

Weitere Bilder von der Verabschiedung auf der Webseite der Jakobusgemeinde