Südafrikanische Delegation besucht Osnabrück

Nachricht 09. Oktober 2026

Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Umfolozi und Osnabrück soll künftig stärker vom gegenseitigen Austausch geprägt sein

Zwei Wochen lang war eine sechsköpfige Delegation aus dem südafrikanischen Kirchenkreis Umfolozi zu Gast im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück. Ein abwechslungsreiches Programm mit Gottesdiensten, Gesprächen, Besichtigungen und Workshops bot zahlreiche Gelegenheiten zum Kennenlernen und zum Austausch über die Partnerschaft. Mitgereist waren unter anderem Pastorin und Superintendentin Nokukhanya Mngoma und Sabelo Mgabhi, Finanzbeamter und Vorsitzender des südafrikanischen Partnerschaftsausschusses.

Zum Programm des Besuchs gehörten unter anderem Besichtigungen der Stadt Osnabrück mit einem Empfang im historischen Rathaus, Treffen mit dem Superintendenten des Kirchenkreises Osnabrück Dr. Joachim Jeska und ein Empfang bei Regionalbischof Friedrich Selter. Bei einem Workshop in Hermannsburg ging es um die Weiterentwicklung der Partnerschaft und die Frage, wie sich beide Seiten künftig noch stärker einbringen können.

Die Delegation besuchte außerdem unter anderem eine Kindertagesstätte, die Amazone-Werke in Hasbergen, die Diakonie Osnabrück Stadt und Land sowie das Bischof-Lilje-Altenzentrum in Osnabrück. Austausch, Bibelarbeit, zuhören und Glauben teilen waren Themen bei einem Treffen mit rund 20 hauptamtlich Mitarbeitenden aus dem Kirchenkreis Osnabrück. Die südafrikanischen Gäste wirkten bei Gottesdiensten mit und nahmen am Erntedankfest auf dem Hof Kolkmeyer in Osnabrück-Atter teil. Eine Farewell-Party in der Martinsgemeinde Hellern bildete den Abschluss des Besuchs.

Gemeinsam auf den Spuren Martin Luthers

Höhepunkt der Reise war die gemeinsame Fahrt nach Wittenberg, wo die Delegation und sechs Mitglieder des Partnerschaftsausschusses aus Osnabrück gemeinsam die Spuren Martin Luthers entdeckten. „An seinem Grab wurde ‚Ein feste Burg‘ auf Zulu gesungen. Das hat den Gästen sehr viel bedeutet und wir alle hatten Gänsehaut“, sagt Guido Schwegmann-Beisel, Pastor in der Christuskirchengemeinde Hasbergen und Vorsitzender des Osnabrücker Partnerschaftsausschusses.

Für Sabelo Mgabhi, Finanzbeamter und Verantwortlicher für die Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis Umfolozi, war der Aufenthalt eine wichtige und positive Erfahrung. „Es ist eine schöne Erfahrung, hier zu sein; wir fühlen uns willkommen“, sagte er. Besonders beeindruckt habe ihn die Atmosphäre in Osnabrück und die Offenheit, mit der die Delegation empfangen wurde.

Auch für die Zukunft der Partnerschaft wurden konkrete Vereinbarungen getroffen. So sollen zunächst zweimal jährlich digitale Treffen stattfinden. Zudem ist eine Vereinbarung über die Partnerschaftsarbeit mit einer Laufzeit von zehn Jahren geplant. „Eine Partnerschaft beruht auf Geben und Nehmen“, betonte Mgabhi. Die Zusammenarbeit solle künftig nicht mehr von einseitiger Unterstützung geprägt sein, sondern von einem gegenseitigen Austausch und gemeinsamen Projekten. „Wir machen uns auf den Weg, Dinge auf neue Weise anzugehen“, so Mgabhi. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Partnerschaft dadurch weiter wachsen werde: „Wir freuen uns darauf, dass unsere Partnerschaft noch stärker wird als bisher.“

Guido Schwegmann-Beisel ergänzte, dass die persönliche Begegnung mit dem Partnerschaftsausschuss aus Umfolozi wertvoll und wichtig sei. „Wir überlegen gemeinsam, wie unsere Arbeit sich weiterentwickeln kann. Dabei berichten wir uns gegenseitig, wie die Arbeit vor Ort im Alltag läuft. So lernen wir voneinander und jede*r nimmt neue Impulse mit. Das ehrliche Teilen unserer jeweils schwierigen Geschichte – in Südafrika mit Apartheid, Kolonialismus und in Deutschland mit der Nazizeit, dem Holocaust und der deutschen Teilung – hat Vertrauen geschaffen und einen Ausblick ermöglicht“, meinte Schwegmann-Beisel.