Evangelische Kinderkrippe in der Altstadt feiert 40. Geburtstag

Nachricht 24. September 2026

Am 1. Oktober 1986 startete die Einrichtung als erste Kinderkrippe in Osnabrück

Am 1. Oktober feiert die Evangelische Kinderkrippe in der Altstadt einen runden Geburtstag: Zum 40. Mal jährt sich an diesem Tag die Gründung der ersten Kinderkrippe in der Stadt Osnabrück. An der Paul-Oeser-Straße nahm die Einrichtung den Betrieb auf. Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Osnabrück war und ist bis heute Träger der Kinderkrippe, in der damals wie heute Kinder im Alter zwischen acht Wochen und drei Jahren betreut werden. Elf pädagogische Fachkräfte sind in der Krippe tätig und decken die Öffnungszeit von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr ab. Bis zu 30 Kinder können die Einrichtung besuchen, die inzwischen in der Turmstraße angesiedelt ist. Aufgrund von zwei Einzelintegrationsplätzen und der Gruppenstruktur mit sieben Kindern unter zwei Jahren besuchen derzeit 24 Kinder die Einrichtung. In einem gemeinsamen Gespräch werfen die heutige Leiterin der Krippe, Sabine Busmann, Karin Trütken, Pädagogische Geschäftsführerin der Evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Osnabrück, und Sozialpädagogin Gisela Huckriede, damalige Fachberaterin der Stadt Osnabrück, einen Blick zurück auf die vergangenen 40 Jahre.

Riesenbedarf an Betreuungsplätzen

„Als die Krippe startete, war sie von 7 bis 17 Uhr geöffnet“, berichtet Busmann. Seit 1994 ist sie in der Krippe beschäftigt, seit 1998 als Leiterin. Die Entwicklung der Kinderkrippe von Anfang an begleitet hat Gisela Huckriede. 1986 war die heute 76-Jährige als Sozialpädagogin im Jugendamt der Stadt Osnabrück beschäftigt und als Fachberaterin für Kindertagesstätten im Einsatz. „Es gab einen Riesenbedarf an Betreuungsplätzen, aber es fehlte zunächst der politische Wille, diese Plätze einzurichten“, sagt sie. Schließlich sei in den Gremien der Stadt die Entscheidung gefallen, eine Kinderkrippe einzurichten. „Und den Auftrag, diese auf den Weg zu bringen, hat das Jugendamt erhalten“, erinnert sich Huckriede. So sei die erste Kinderkrippe in Osnabrück entstanden.

Beim Start der Evangelischen Kinderkrippe in der Altstadt standen zwölf Krippenplätze zur Verfügung, auf die es 40 Voranmeldungen gab. „Deswegen musste eine Findungskommission darüber entscheiden, wer einen Platz zugeteilt bekam“, sagt Huckriede. Vorrang hätten junge Mütter gehabt, die einen Schulabschluss machen, eine Ausbildung absolvieren oder ihr Studium fertigstellen wollten. „Es gab tatsächlich lange Jahre noch überdurchschnittlich viele alleinerziehende Mütter in der Elternschaft“, weiß Sabine Busmann. Durch den starken Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Krippen- und im Kindergartenalter sei das inzwischen deutlich anders geworden und die Vielfalt in der Elternschaft sehr groß.

Auf vielen Feldern Pionierarbeit geleistet

„Auf vielen Feldern haben wir Pionierarbeit geleistet. Es war klar, dass Gemeinschaftseinrichtungen Regeln brauchen“, erzählt Gisela Huckriede. Eine rechtliche Grundlage, die heute durch das Niedersächsische Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege geregelt ist, gab es aber 1986 noch nicht, nur durch sogenannte Heimrichtlinien. Schlagworte wie alltagsintegrierte Sprachbildung seien allerdings damals auch schon umgesetzt worden. „Wenn die Köchin einen Obst- oder Gemüseteller zum Mittagessen angerichtet hat, ging es immer auch um das Aufzählen der Sorten, die die Kinder gesehen haben“, so Huckriede.

„Gerade für unsere Kinder im Krippenalter ist die Sprachbildung das A und O. Das Benennen von Apfel, Birne, Banane, Gurke und Paprika am Esstisch, das machen wir noch heute so“, betont Sabine Busmann. Geändert habe sich die Betreuung von Kindern, die einen Förderbedarf haben. „Hier steht heute eine heilpädagogische Fachkraft zur Verfügung, so dass für zwei Kinder eine Einzelintegration stattfinden kann. So wird die erforderliche zusätzliche Unterstützung sichergestellt“, sagt Karin Trütken.

„Sicherlich nicht geändert haben sich in den vergangenen 40 Jahren die Schritte in der kindlichen Entwicklung in Motorik, Sprache und sozialer Interaktion“, meint Gisela Huckriede. Allerdings stünde diese Entwicklung unter anderen Einflüssen, zum Beispiel durch digitale Medien. Das bestätigt Sabine Busmann: „Da sind wir als Einrichtung gefordert, einen guten pädagogischen Umgang mit den Kindern und den Eltern zu finden.“

Zur Feier des 40. Geburtstags der Evangelischen Kinderkrippe in der Altstadt am Donnerstag, 1. Oktober, sind aktuelle und ehemalige Krippenkinder und deren Eltern ebenso eingeladen wie ehemalige Kolleg*innen und Praktikant*innen der Einrichtung, das Kirchenamt Osnabrück und Mitarbeitende des Fachbereichs Kinder und Jugend der Stadt Osnabrück. Um 14.30 Uhr beginnt ein Festgottesdienst in der Kirche St. Marien, Markt, 49074 Osnabrück. Anschließend findet ein Tag der offenen Tür in der Kinderkrippe, Turmstraße 3, 49074 Osnabrück, statt. Das Team der Kinderkrippe bittet um Anmeldung per E-Mail an krippe-turmstrasse@ev-kitas-os.de.

Entwicklung der Evangelischen Kinderkrippe in der Altstadt

  • 01.10.1986: Eröffnung der Krippe mit zwölf Plätzen in der Paul-Oeser-Straße
  • 1990: Erweiterung um acht Plätze
  • Januar 2012: Eröffnung eines zweiten Standortes an der Turmstraße mit zusätzlichen 20 Plätzen
  • 31.07.2023: Schließung des Standortes an der Paul-Oeser-Straße
  • Seither: Betreuung von maximal 30 Kindern am Standort Turmstraße