Am Sonntag wurde Pastorin Dr. Laura Schimmelpfennig von Superintendent Dr. Joachim Jeska in einem Gottesdienst in der St.-Katharinen-Kirche in ihre neuen Ämter als Springerpastorin im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück und als Mitarbeiterin der Osnabrücker Bibelgesellschaft eingeführt. Die zwei Aufgabengebiete scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Doch in beiden Bereichen kommt es auf gute Netzwerkarbeit an. Als Springerpastorin wirkt Pastorin Schimmelpfennig an verschiedenen, immer wieder wechselnden Knotenpunkten des Kirchenkreis-Netzwerks, mit Beginn ihres Dienstes zunächst in der Apostel-Gesamtkirchengemeinde und der St.-Katharinen-Gemeinde, aktuell in der Gesamtkirchengemeinde An der Nette und zukünftig auch in den Gemeinden Paulus und Timotheus. Und als Mitarbeiterin der Osnabrücker Bibelgesellschaft knüpft sie neue Netzwerke, um die Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens und prägende Säule unserer Kultur für Menschen auf vielfältige Weise zugänglich zu machen – im Kirchenkreis Osnabrück und darüber hinaus, denn die Osnabrücker Bibelgesellschaft ist ebenso zuständig für die Kirchenkreise Bramsche, Diepholz und Melle-Georgsmarienhütte.
Als Springerpastorin muss man sich in kürzester Zeit auf eine neue Gemeindesituation einstellen. Alles andere als einfach.
Große Flexibilität erforderlich
Superintendent Dr. Joachim Jeska hob hervor, dass sich hinter dem Begriff der Springerpastorin ein sehr wichtiger Dienst in unserer Kirche verberge: „Es kommt immer wieder vor, dass Not an Mann oder Frau ist. Das kann eine längerfristige Erkrankung sein oder ein Eintritt in den Ruhestand beziehungsweise Stellenwechsel einer Pastorin oder eines Pastors. Springerpastor*innen sind dann für die jeweilige Gemeinde da und helfen mit, die Vakanz zu managen.“ Dies zeige sofort die große Herausforderung dieser Stelle, „bei der man sich in kürzester Zeit auf eine neue Gemeindesituation einstellen, die Mitarbeitenden kennenlernen und sich in die gängige Praxis vor Ort einarbeiten muss. Alles andere als einfach.“ Zum Dienst der Springerpastorin gehöre deshalb große Flexibilität dazu. Neben diesem Springerdienst ist Dr. Laura Schimmelpfennig mit einem Viertel ihrer Stelle als Mitarbeiterin in der Osnabrücker Bibelgesellschaft aktiv – „auch da bringen Sie sich voll ein“, so Dr. Jeska. „Ich spreche sicher mit Fug und Recht von einem echten Aufbruch der Osnabrücker Bibelgesellschaft. Sie haben kluge und innovative Ideen, sind dem Thema ‚Förderung der Auseinandersetzung mit der Bibel‘ schon von Studium und Promotion her sehr verbunden und schieben die Netzwerkarbeit sehr gut an.“
Die Bibel ist viel mehr als ein Buch. Sie ist voller Lebensgeschichten, Glaubensgeschichten, Zweifelsgeschichten, Hoffnungsgeschichten und Vertrauensgeschichten, die uns auch heute noch viel zu sagen haben.
Mehr als ein Buch
Sowohl als Springerpastorin als auch als Mitarbeiterin der Bibelgesellschaft könne Laura Schimmelpfennig etwas weitergeben von unseren biblischen Wurzeln an die Menschen in unseren Gemeinden und weit darüber hinaus. „Das ist in unseren Tagen eine Herausforderung, weil die Kenntnis der biblischen Wurzeln unseres Glaubens beständig abnimmt“, erklärt Dr. Jeska. „Diesem Trend zu wehren, lohnt alle Anstrengung, weil ich fest davon überzeugt bin, dass wir – auf Basis unserer Heiligen Schrift – eine Menge einzubringen haben in unsere Gesellschaft. Wir können Brückenbauer sein, wir können Menschen zusammenführen und mit ihnen nach dem fragen, was den Sinn unseres Lebens ausmacht; was es bedeutet, an Jesus Christus zu glauben, und inwiefern die biblischen Texte auch heute hochaktuell sind.“ Die Bibel sei viel mehr als ein Buch, ergänzte Pastorin Schimmelpfennig. „Sie ist voller Lebensgeschichten, Glaubensgeschichten, Zweifelsgeschichten, Hoffnungsgeschichten und Vertrauensgeschichten, die uns auch heute noch viel zu sagen haben.“
Aufmerksam hinhörendes Herz
Im gleichen Gottesdienst wurde Pastor Jan Edelstein mit großem Dank und besten Wünschen verabschiedet. Nach drei Jahren Probedienst in der St.-Katharinen-Gemeinde geht er in die Kirchengemeinde Barkhausen-Rabber in Bad Essen im Nachbarkirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte. Pastor Otto Weymann hob sein stets „interessiertes, aufmerksam hinhörendes Herz“ hervor. „Die Räume, die du geöffnet hast, haben Menschen betreten. Und die Zeit, die du gegeben hast, wurde von den Menschen genutzt.“