Fast 44 Jahre als Diakon im Dienst: Jörg Christian Lindemann verabschiedet

Nachricht 02. Februar 2026

66-Jähriger geht in den Ruhestand / Gottesdienst und Feier in der Petruskirche

Wegbegleiter*innen aus vielen Arbeitsphasen, Kolleg*innen aus dem Umfeld der Evangelisch-lutherischen Kirche, Menschen aus Kirchengemeinden und unterschiedlichen Projekten sowie viele weitere Gäste kamen am Sonntag, 1. Februar, in die Evangelisch-lutherische Petruskirche in Osnabrück-Lüstringen, um Diakon Jörg Christian Lindemann in den Ruhestand zu verabschieden. Stehende Ovationen am Ende des Gottesdienstes und Besucher*innen im Alter zwischen zwei und 92 Jahren zeugten davon, dass der 66-Jährige Spuren in vielen Lebensläufen hinterlassen hat. Gemeinsam mit Pastor i.R. Frieder Marahrens und Superintendent Dr. Joachim Jeska hatte Jörg Christian Lindemann den Gottesdienst vorbereitet, der auch einen Rückblick auf die verschiedenen Stationen Lindemanns und seine Arbeitsweise bot.

Initiator des Projekts „Jedes Kind braucht einen Engel“

Nach dem Studium der Religionspädagogik an der Evangelischen Fachhochschule in Hannover absolvierte Lindemann 1982/1983 sein Anerkennungsjahr im Kirchenkreis Melle, bevor er am 1. Februar 1984 als Kirchenkreisjugendwart nach Georgsmarienhütte kam. 1995 bis 1999 war Lindemann Dozent an den Evangelischen Fachschulen, bevor in die Petrusgemeinde in Osnabrück-Lüstringen wechselte, wo er das Projekt „Jedes Kind braucht einen Engel“ (heute „Jeder Mensch braucht einen Engel“) aufbaute. Nach einer Krankheitsphase übernahm er eine Stelle auf Ebene des Kirchenkreises Osnabrück in der Ehrenamtskoordination und bei der Prävention sexualisierter Gewalt. Nach knapp 44 Jahren im Dienst der Evangelischen Kirche ist Lindemann seit Ende Januar offiziell im Ruhestand, arbeitet aber im Feld Prävention noch bis Ende 2026 mit einigen Stunden weiter.

Ich verdanke dir bis heute meine Liebe zum Deutschen Evangelischen Kirchentag.

Superintendent Dr. Joachim Jeska zu Jörg Christian Lindemann

Gottesdienstbesucher*innen aus allen Stationen des Berufslebens

Superintendent Jeska erinnerte sich gerne daran, dass „ich dir bis heute meine Liebe zum Deutschen Evangelischen Kirchentag zu verdanken habe. Denn als Kirchenkreisjugendwart hattest du Fahrten nach Frankfurt und Berlin organisiert, bei denen ich als Jugendlicher aus Bad Rothenfelde mit dabei war.“ Jeska hob hervor, dass aus allen Stationen von Lindemanns Berufsleben Besucher*innen im Gottesdienst seien – eine kurze Abfrage nach Bezügen zur Kinder-Ferienkirche, zum Mitmachzirkus Regenbogen, den Evangelischen Fachschulen, der damaligen Petrusgemeinde und dem Projekt „Jeder Mensch braucht einen Engel“ lieferte den Beweis. Pastor i.R. Frieder Marahrens, der ab 2001 mit Lindemann in der Petrusgemeinde zusammengearbeitet hatte, berichtete von einem Konfirmationsgottesdienst mit einem gestellten Anruf von Gott auf seinem Mobiltelefon, den er gemeinsam mit Jörg Christian Lindemann umgesetzt hatte. „Wenn ich heute ehemalige Konfirmand*innen treffen, wissen sie nicht mehr, was Inhalt der Predigt war, aber an den von Jörg Christian gespielten Anruf von Gott können sie sich gut erinnern.“

Lange, bevor das Wort Sozialraumorientierung in die kirchlichen Zielsetzungen Einzug gehalten hat, hast du die Bedeutung sozialdiakonischer Arbeit erkannt.

Pastor Arne Schipper, Vorsitzender der Gemeinwesendiakonie Osnabrück e.V., zu Jörg Christian Lindemann

Früh erkannt, welche Bedeutung die Öffnung in den Stadtteil hat

Auch beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus dankten viele der früheren Wegbegleiter*innen mit kurzen Grußworten, geteilten Erinnerungen und Anekdoten, Fotocollagen und Geschenken für die gemeinsamen Erlebnisse Jörg Christian Lindemann für seinen Dienst. Lindemann habe sehr früh die Relevanz sozialdiakonischer Arbeit und der Öffnung in den Sozialraum oder Stadtteil erkannt und danach gehandelt, hieß es.

Über seine Arbeit, was ihn angetrieben hat und bis heute antreibt, berichtet Lindemann in einem Interview.

Interview mit Jörg Christian Lindemann