„Ich lasse vieles zurück, aber ich nehme unendlich viel mit“

Nachricht 20. Februar 2026

Diakonin Bettina Ley verabschiedet / 49-Jährige beginnt Ausbildung zur Pfarrverwalterin

Ein Segenslied in ihrer Herzenssprache Plattdeutsch, viele „Weißt du noch“-Momente, eine Predigt mit Bezug auf ihren Konfirmationsspruch und eine volle Paul-Gerhardt-Kirche machten Diakonin Bettina Ley den Abschied aus dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück nicht leicht. „Ich lasse vieles zurück, aber ich nehme unendlich viel mit“, sagte die 49-Jährige bei ihrer Verabschiedung aus der Paul-Gerhardt-Gemeinde und der Andreasgemeinde Wallenhorst.

Es war besonders, dass die Kirchenvorstände mich haben arbeiten lassen mit den Talenten, die ich mitgebracht habe.

Diakonin Bettina Ley

Viel bewegt in zweieinhalb Jahren

Im Gottesdienst und bei den anschließenden Grußworten von Mitgliedern der Kirchenvorstände, Kolleg*innen aus den Gemeinden und dem Kirchenkreis, Konfirmand*innen, Jugendlichen und Teamer*innen wurde deutlich, dass Ley in den zweieinhalb Jahren ihres Dienstes als Diakonin in der Paul-Gerhardt-Gemeinde und der Andreasgemeinde viel bewegt hat. „Es war besonders, dass die Kirchenvorstände mich haben arbeiten lassen mit den Talenten, die ich mitgebracht habe“, hob Ley hervor. Im August 2023 hatte Ley ihren Dienst als Diakonin begonnen. Mit einer Viertel-Stelle war sie in der Wallenhorster Andreasgemeinde, mit 75 Prozent in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Osnabrück-Haste, Rulle und Lechtingen im Einsatz. Offiziell in ihren Dienst als Diakonin eingesegnet wurde Bettina Ley im Mai 2024 durch Regionalbischof Friedrich Selter.

Dein Engagement ist vielfältig, du hast das Herz am richtigen Fleck und du kannst sehen, was die Menschen brauchen.

Pastor Dr. Lüder Meyer-Stiens

Viele schöne „Weißt du noch“-Momente gezaubert

Viele Aktivitäten nahmen Fahrt auf unter Leys Verantwortung. So entstand eine neue Jugendküche in der Arche in Lechtingen, fanden Lesenächte, Lego-Bautage und Übernachtungen in der Kirche statt, führten Jugendfreizeiten nach Schweden oder es wurde Karneval gefeiert. „Dein Engagement ist vielfältig, du hast das Herz am richtigen Fleck und du kannst sehen, was die Menschen brauchen“, sagte Dr. Lüder Meyer-Stiens, Pastor in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. Bettina Ley sei eine Zauberin, befanden Diakon Udo Ferle und Julien Möller aus der Andreasgemeinde. „Du hast es geschafft, in relativ kurzer Zeit viele schöne ‚Weißt du noch‘-Momente zu zaubern. Wollten wir alle aufzählen, müssten Sie die Schlafsäcke auspacken“, sagte Ferle an die Besucher in der Kirche gerichtet. Pastor Martin Steinke aus der Andreasgemeinde predigte über den Konfirmationsspruch von Bettina Ley, den sie nicht selbst, sondern der Pastor ihrer damaligen Heimatgemeinde ausgesucht habe. „Er hat wohl geahnt, wohin dein Weg dich führen wird“, meinte Steinke und verwies auf Psalm 73, Vers 28: Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun. Nach der Predigt sang Insa Zimni, die Schwester von Bettina Ley und Chorleiterin der Andreasgemeinde, das Lied „Nah bei dir“.

Seit jeher hatte ich den Berufswunsch „Pastorin“. Nun mache ich mich auf den Weg, diesen Wunsch wahr zu machen.

Diakonin Bettina Ley

Quereinstieg in den Pfarrberuf

Ab dem 1. März beginnt Bettina Ley eine Ausbildung zur Pfarrverwalterin, mit der die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers einen Quereinstieg in den Pfarrberuf ermöglicht. Hierfür wechselt sie in den Nachbar-Kirchenkreis und wird von Mentor Pastor Arne Hüttmann aus der St.-Johannis-Gemeinde Bramsche angeleitet. Nach 18 Monaten Ausbildung erfolgt eine Prüfung in Form eines Gottesdienstes und eines Kolloquiums, anschließend kann Ley zur Pastorin ordiniert werden. Damit erfüllt sich ein lang gehegter Traum. „Vor einiger Zeit habe ich Freundinnen aus der Schulzeit wiedergetroffen. Wir hatten die Freundebücher von früher dabei. Damals habe ich in jedem Fragebogen als Berufswunsch ‚Pastorin‘ angegeben. Nun mache ich mich auf den Weg, diesen Wunsch wahr zu machen. Insofern freue ich mich auf die neuen Aufgaben, werde aber auch die Arbeit in Osnabrück und Wallenhorst vermissen“, sagt Ley.