Nach der Insolvenz des Deutschen Roten Kreuzes, zu dem auch der „Markt für Alle“ gehörte, wird die Diakonie Osnabrück neuer Betreiber des sozialen Kaufhauses am Ring. Unter dem Namen „FairWandel – das Diakonie-Kaufhaus am Ring“ und mit weiterentwickeltem Konzept ist für September eine Neu-Eröffnung in der Niedersachsenstraße 15 a geplant.
Mit „FairWandel“ startet die Diakonie Osnabrück ein soziales Projekt, das einkommensschwachen Menschen einen Einkauf von alltagsnotwendigen Produkten, insbesondere Kleidung für Erwachsene und Kinder, in angenehmer Atmosphäre ermöglichen soll. „25 Prozent der in Osnabrück lebenden Menschen sind laut Sozialmonitoring 2024 der Stadt von Armut betroffen. Für sie ist der Einkauf von Kleidung und Alltagsprodukten oft mit Scham und Ausgrenzung verbunden“, beschreibt Friedemann Pannen, Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück, den Bedarf. Das barrierefreie soziale Kaufhaus, das zentral im Stadtteil Mitte in der Nähe des Hauptbahnhofs liegt, solle eine Lücke in der Versorgungsstruktur schließen, die durch die Insolvenz des DRK entstanden ist. „Gleichzeitig ist das Geschäft ein einladender Ort der Begegnung, an dem soziale Teilhabe gestärkt und Isolation abgebaut wird“, erklärt Pannen das erweiterte Konzept des neuen sozialen Kaufhauses. Nach Etablierung des Diakonie-Kaufhauses sind Gruppenangebote geplant, wie wöchentlich stattfindende Näh-Cafés oder Bastel-Treffs. Auch ein Repair-Angebot soll es im neuen Kaufhaus geben.
Es wird zwei große Verkaufsräume sowie eine Fläche mit großen Tischen und einer Sitzgruppe geben, die Begegnung fördern soll. Durch die niedrigschwellige Einkaufsmöglichkeit, die geplanten Gruppenangebote, Zugänge zu psychosozialer Unterstützung und ehrenamtliches Engagement soll das Projekt ein Baustein für psychische Entlastung und Stärkung der Eigenverantwortung werden.
Betrieben wird „FairWandel“ neben einer Projekt- und Ladenleitung von zahlreichen Ehrenamtlichen. „Wir suchen ab sofort Ehrenamtliche, die Lust haben, von Beginn an dabei zu sein“, ruft Pannen auf. Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen im Diakonie-Kaufhaus gehören das Sortieren und Auszeichnen von Waren, Kassentätigkeiten und die Präsentation im Geschäft, Beratung von Kundinnen und Kunden sowie zum späteren Zeitpunkt auch die Anleitung von Gruppen. Eine Schicht umfasst in der Regel drei Stunden pro Woche.