Gemeindeversammlung der Nordwestgemeinde Osnabrück

Nachricht 05. März 2026

Kirchenvorstand stellt Zukunftskonzept vor und informiert über Veränderungen im Gebäudebestand

Zu einer Gemeindeversammlung hatte der Kirchenvorstand der Evangelisch-lutherischen Nordwestgemeinde Osnabrück im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag, 22. Februar, in das Gemeindehaus am Stephanusweg eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung eines Zukunftskonzepts, mit dem sich die Gemeinde den wachsenden finanziellen Herausforderungen und der Frage nach einer zukunftsfähigen Gebäudeplanung stellt.

Der Kirchenvorstand berichtete zunächst über die aktuelle Situation: sinkende Mitgliederzahlen, steigende Personalkosten und wachsende Aufwendungen für die Unterhaltung der Gebäude führen zu einem erheblichen finanziellen Druck. Gleichzeitig wurde betont, dass die Nordwestgemeinde mit ihren beiden Hauptstandorten – Markuskirche und Stephanuskirche – dank vieler engagierter Ehrenamtlicher und eines kleinen Hauptamtlichenteams weiterhin lebendig und vielfältig bleibt.

Zum Profil der Gemeinde gehören neben Gottesdiensten, Seelsorge und Besuchen auch kulturelle und diakonische Schwerpunkte: Der Chor „ChoirFire“, sozial-diakonische Projekte in den Stadtteilen, das Projekt „Landwehrviertel“ und gemeinschaftliche Aktionen wie das Tauffest auf dem Campingplatz Bullerby am Attersee oder ökumenische Veranstaltungen prägen die Arbeit der Nordwestgemeinde. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Musik und Kultur (AG MuK), die für ihre Musicals und Theaterstücke in der Markuskirche landesweit Bekanntheit erreicht hat. 2025 konnte die Gemeinde ihr zehnjähriges Bestehen als fusionierte und zusammengewachsene Gemeinde feiern.

Um diese Arbeit auch künftig verlässlich fortsetzen zu können, musste der Kirchenvorstand schwierige Entscheidungen treffen. Da die Stephanuskirche vom Kirchenkreis als sogenannte „B-Kirche“ eingestuft wurde und keine Investitionen sinnvoll möglich sind, hat der Kirchenvorstand beschlossen, das Gebäude ebenso wie das Pfarrhaus zu verkaufen. Damit konzentriert sich die Gemeinde künftig auf die Markuskirche am Julius-Heywinkel-Weg, das Gemeindehaus und das von der Jugend genutzte Blockhaus am Stephanusweg. Diese Entscheidung schafft zugleich Spielraum, andere Formen kirchlicher Präsenz beizubehalten und zu erproben – etwa mit Projekten und Aktionen direkt in den Stadtteilen und im Landwehrviertel. Auch der musikalische Schwerpunkt und die Zusammenarbeit mit der AG MuK sollen gestärkt werden.

Trotz allen Verständnisses für die Notwendigkeit des Beschlusses war in der Versammlung spürbar, dass die Nachricht viele bewegt. In den anschließenden Gesprächen wurden Trauer, Nachdenklichkeit, aber auch konstruktive Ideen und Vertrauen deutlich. Der Wunsch, die Gemeinschaft in der Nordwestgemeinde lebendig zu erhalten, war allen Beiträgen gemeinsam.

Stimmen aus der Gemeinde

Die Nordwestgemeinde bietet Heimat von drei ganz verschiedenen Standorten kirchlicher Begegnungsorte. Wir investieren Zeit und Energie in jeweils zugeschnittene Angebote für diese Orte, damit Menschen sich mit ihren Bedürfnissen bei uns wiederfinden können.

Marilena Bekierz, Vorsitzende des Kirchenvorstands

Besuche bei Menschen, Begleitung in Trauer oder Krankheit und vielfältige Gottesdienste sind das Herzstück unserer Gemeinde. Gleichzeitig brauchen wir Orte der Begegnung, Musik, Feste und Feiern, um Gemeinschaft zu erleben und Kraft zu schöpfen und auch unseren Beitrag für unsere Stadtteile zu geben. Das bleibt unser Ziel – gemeinsam als Teil des Kirchenkreises und der Gesellschaft, zusammen mit engagierten Menschen vor Ort.

Pastorin Jutta Tloka

Wir brauchen Luft, finanziell und personell, um unsere Arbeit in den Stadtteilen fortsetzen zu können.

Ein Mitglied des Kirchenvorstands

Der Kirchenvorstand versteht das neue Zukunftskonzept als Schritt, die Arbeit der Nordwestgemeinde als Teil des Kirchenkreises langfristig zu sichern – mit klarer Priorität auf Begegnung, Seelsorge und Engagement dort, wo die Menschen leben.