Synode beschließt Arbeit an Zukunftskonzept für Kirchenkreis

Nachricht 06. März 2026

Trägerschaft von 25 Einrichtungen für Kinder wird an Kirchenkreisverband abgegeben

Beschlüsse zum Trägerwechsel für 25 Kindertagesstätten im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück und zur Erarbeitung eines Konzepts für den Kirchenkreis Osnabrück im Jahr 2030 sowie der Ephoralbericht von Superintendent Dr. Joachim Jeska waren inhaltliche Schwerpunkte der fünften Sitzung, zu der die Kirchenkreissynode (KKS) Osnabrück jetzt im Gemeindehaus von St. Marien zusammenkam.

Breite Zustimmung für Trägerwechsel

Bereits bei zwei vorherigen Sitzungen war das Thema Überleitung der Kita-Trägerschaft an den Kirchenkreisverband Osnabrück-Stadt und -Land ausführlich beraten worden. Robert Gehrmann, betriebswirtschaftlicher Geschäftsführer für die Kitas im Kirchenkreis Osnabrück, führte ergänzend aus, dass der Kirchenkreisverband eine unselbstständige Dienststelle für die Kindertagesstätten erhalte, in der die Arbeit für die Kitas zusammengeführt werde. Die drei regionalen Kita-Geschäftsstelle blieben bestehen und sorgten für kurze Wege. Zwischen den Kirchengemeinden und den Kitas regelten Kooperationsvereinbarungen die Zusammenarbeit.

Mit 41 Ja-Stimmen, 15 Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen entschied die KKS, die Kita-Trägerschaft an den Kirchenkreisverband zu übertragen. Die Kirchenkreissynoden von Bramsche und Melle-Georgsmarienhütte sowie der Kirchenkreisverbandsvorstand hatten bereits einige Tage zuvor für die Übergabe der Kita-Trägerschaften an den Kirchenkreisverband gestimmt. Zum 1. Januar 2027 ist der Betriebsübergang geplant.

Den weiteren Plan für die Übergabe und die Auswirkungen auf die Mitarbeitendenvertretung (MAV) erläuterten Dörte Kindermann für die MAV im Kirchenkreis Osnabrück und Ulrike Heienbrok für die MAV im Kirchenkreisverband. Bis zum Übergang würden gemeinsame Dienstvereinbarungen für alle Mitarbeitenden erstellt. Außerdem würden Regelungen zu Arbeitszeitkonten, Arbeitszeiten, Urlaubsgewährung, betrieblichem Eingliederungsmanagement und anderen Themen erarbeitet, sagte Kindermann. Nach dem Wechsel zum Kirchenkreisverband würden für die einzelnen Dienstellen eigene Vertretungen gewählt werden. Dies erfolge voraussichtlich bis Ende April 2027, erklärte Heienbrok.

Beteiligungsprozess für Zukunftskonzept

Einen Blick in die Zukunft warfen auch Pastorin Dr. Jutta Tloka und Pastor Matthias Groeneveld. Für den Gemeindeausschuss stellten sie der Synode einen Plan vor, wie der Kirchenkreis Osnabrück eine neue Konzeption entwickeln könne. Der Schwerpunkteausschuss der Synode der Landeskirche Hannovers habe drei Arbeitsfelder definiert, die in den Kirchenkreisen umgesetzt werden sollten: Anfänge im Glauben, Seele stärken und Sozialraumorientierung. Gleichzeitig gehe es um die Frage, wie mit weniger Personal und geringer werdenden finanziellen Mitteln diese Arbeitsfelder umgesetzt werden sollten. „Kurz: Wie wird und wie soll unser Kirchenkreis im Jahr 2030 aussehen?“, nannte Tloka die Kernfrage. Dazu sei ein umfassender Beteiligungsprozess im Kirchenkreis sinnvoll, an dem alle Gemeinden und Einrichtungen mitwirkten, ergänzte Groeneveld. Deswegen habe der Gemeindeausschuss einen Fragebogen für eine Selbstbeschreibung und einen „ambitionierten Zeitplan für die Weiterarbeit entwickelt. Aber das Ziel ist, vor der Entwicklung beziehungsweise vor dem Prozess zu sein, um vor dem nächsten Stellenrahmenplan das Konzept für die inhaltliche Arbeit fertig zu haben“, so Groeneveld. Ziel sei, notwendige Veränderungen mutig in die Hand zu nehmen, die unter Einbeziehung der Ergebnisse der Gebäudekategorisierung sowie den Kriterien des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit eingeleitet werden müssten, meinte Tloka.

Werkstatt-Tag am Samstag, 19. September

Der Zukunftsprozess im Kirchenkreis Osnabrück orientiert sich an den drei Schwerpunkten „Anfänge im Glauben“, „Seele stärken“ und „Sozialraumorientierung“. Grafik: Frank Waniek

Bei der Diskussion kam angesichts der umfangreichen Fragen die Idee auf, den Zeitplan zu strecken. In der Abstimmung erhielten jedoch die vorgeschlagene Vorgehensweise des Gemeindeausschusses und der knappe Zeitplan eine große Mehrheit. Die inhaltliche Arbeit mit den Ergebnissen aus den Fragebögen soll bei einem Werkstatt-Tag der KKS am Samstag, 19. September, stattfinden.

Superintendent Dr. Joachim Jeska blickte mit Zuversicht auf den Zukunftsprozess im Kirchenkreis Osnabrück. „Diese Zeit der Transformation sollten wir aktiv gestalten, um das Beste für die Menschen in unseren Gemeinden und Stadtteilen zu erreichen. Wir werden fair miteinander diskutieren, hinschauen und gemeinsam gestalten, damit der Weg in die Zukunft und unsere Entscheidungen dafür transparent sind“, sagte Jeska in seinem Ephoralbericht. Derzeit seien die Gemeinden im Kirchenkreis Osnabrück „sehr gut versorgt, auch wenn durch Elternzeit, Studienzeiten oder Veränderungen einige Herausforderungen auf uns warten.“ Er sei froh, dass der Gemeindeausschuss die Arbeit an einem Zukunftskonzept vorantreibe, „denn wir brauchen eine Konzentration und Fokussierung, die Schritt hält mit den Einsparvorgaben der Landeskirche.“ Derzeit sei davon auszugehen, dass von 2025 bis 2034 30 Prozent eingespart werden müssten. Daher sei es gut, dass nach der Kategorisierung der Sakralgebäude auch die Kategorisierung von Pfarrhäusern, Gemeindehäusern und Grundstücksflächen durch den Bau- und Finanzausschuss erarbeitet werde. „Meine Visionen sind deutlich erkennbare Profilierungen der Standorte, die dann auch die Arbeit am nächsten Stellenrahmenplan von 2029 bis 2035 erleichtern“, erklärte Jeska.

Neue Stellvertretung für Superintendent Jeska

Einen besonderen Dank richtete Jeska an das neue und das alte Team der Stellvertretung im Superintendentenamt. Zehn Jahre lang waren Pastorin Andrea Kruckemeyer (Gemeinde St. Katharinen) und Pastor Guido Schwegmann-Beisel (Christus-Kirchengemeinde Hasbergen) als erste und zweite Stellvertretung für Jeska im Einsatz. Nun übernehmen Pastorin Inga Göbert (Apostel-Gesamtkirchengemeinde) und Pastor Arne Schipper (Christus-Kirchengemeinde Belm) dieses Amt, in dem sie durch die KKS bestätigt wurden.

Bei Nachwahlen für die Ausschüsse der KKS wurde Melanie Arndt (Südstadtkirchengemeinde) in den Diakonieausschuss gewählt. Luca Güttner, neuer Fundraiser des Kirchenkreises Osnabrück, wurde in den Fundraisingausschuss berufen.

Aus der konstituierenden Sitzung der Synode der Landeskirche Hannovers berichtete Sigrun Ratzmann, die neu in die Synode gewählt wurde. Bei der ersten Sitzung habe sie die „insgesamt hohe Motivation der Synodalen und eine positive Grundstimmung gespürt.“ Nach der Bildung der Ausschüsse könne nun die inhaltliche Arbeit beginnen.

Berichte von Diakon i.R. Jörg Christian Lindemann zur Prävention sexualisierter Gewalt, Klaus Scherler aus dem Arbeitskreis Klimaschutzmanagement und Energie und von Pastor Guido Schwegmann-Beisel zum Thema Kirchenasyl standen ebenfalls auf der Tagesordnung der KKS. Lindemann wies darauf hin, dass die verpflichtenden Grundschulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt für beruflich oder ehrenamtlich Mitarbeitende auch online bei der Fachstelle in Hannover oder gegebenenfalls als Einzel-Schulung stattfinden könnten.

Die nächste Sitzung der KKS beginnt am Freitag, 19. Juni, um 17 Uhr in St. Katharinen.