Sechste Sitzung der Kirchenkreissynode Osnabrück

Nachricht 17. Juli 2026

Für Umsatzsteuerpflicht wird „Tax-Compliance-Management-System“ eingerichtet / Arbeit am Zukunftskonzept des Kirchenkreises geht weiter

Bei der sechsten Sitzung der Synode des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück standen ein „Tax-Compliance-Management-System“, ein Bericht der Steuerungsgruppe des Kirchenkreises, ein Überblick zum Beteiligungsverfahren für das Zukunftskonzept, Nachwahlen für die Ausschüsse der Kirchenkreissynode (KKS) sowie Veränderungen im Kirchenamt Osnabrück-Stadt und -Land und dem Kirchenkreisverband Osnabrück-Stadt und -Land auf der Tagesordnung.

Auf Umsatzsteuerpflicht vorbereiten

Michael Pohle und Claudia Ahrens aus dem Kirchenamt Osnabrück-Stadt und -Land stellten ein „Tax-Compliance-Management-System“ vor. Hintergrund ist die wahrscheinlich zum 1. Januar 2027 in Kraft tretende Umsatzsteuerpflicht für Körperschaften öffentlichen Rechts, die damit auch für den Kirchenkreis und viele Kirchengemeinden relevant wird. Wichtig im Sinne einer Compliance sei, so führte Ahrens aus, die steuerrechtlichen Vorgaben einzuhalten auf allen Ebenen. „Es sind Regelungen zu treffen, um strukturiertes Arbeiten zu ermöglichen“, sagte Ahrens. Dann wisse jeder, wer wofür zuständig sei und was in wessen Verantwortungsbereich liege. Die Fachstelle Umsatzsteuer im Kirchenamt müsse zum Beispiel über Nutzungsänderungen von Räumen oder Gegenständen informiert werden. Auch neue Einnahmequellen müssten mit der Fachstelle betrachtet werden, ob und welche Steuerpflicht entstehe. Für die zweite Jahreshälfte 2026 kündigten Pohle und Ahrens Schulungen für die Verantwortlichen im Kirchenkreis und den Kirchengemeinden an.

Was ist ein Tax-Compliance-Management-System?

Compliance ist die juristische und wirtschaftswissenschaftliche Umschreibung für Regeltreue. Konkret bedeutet das: Öffentliche oder kirchliche Verwaltungen sollen so organisiert sein, dass Risiken aus Regelverletzungen und unredlichem Verhalten rechtzeitig erkannt und reduziert werden können. Das gilt insbesondere für die Einhaltung von Regeln, die im besonderen öffentlichen Interesse liegen und deren Verletzung deshalb mit Bußgeld oder Strafen bedroht ist oder zu erheblichen Rufschädigungen und Vermögensgefährdungen führen kann.

Die Gesamtheit solcher Maßnahmen einschließlich deren Koordination und Verbesserung werden als das Compliance-Management-System (kurz CMS) einer Institution beziehungsweise einer Verwaltung bezeichnet. Ein CMS mit Schwerpunkt Steuerrecht wird regelmäßig als sogenanntes Tax-Compliance-Management-System bezeichnet.

Quelle: Handreichung zu steuerlichen Fragen und organisatorischen Abläufen für die kirchlichen Körperschaften der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Weitere Informationen

Superintendent Dr. Joachim Jeska berichtete über die Arbeit der Steuerungsgruppe des Kirchenkreises. Das Gremium, das sich aus Vertreter*innen der Ausschüsse in der KKS zusammensetzt, begleite die Arbeit am Zukunftskonzept, das Beteiligungsverfahren hierfür und die Vorbereitung eines Werkstatt-Tages, der am Samstag, 19. September stattfinden werde.

Auswertung der Fragebögen für Beteiligungsverfahren

Über das Beteiligungsverfahren zum Zukunftskonzept des Kirchenkreises informierten Pastorin Dr. Jutta Tloka und Pastor Matthias Groeneveld. Gemeinsam mit Johanna Schnorrenberg und Lydia Alt werten sie die Fragebögen aus, die von den Kirchengemeinden und Einrichtungen im Kirchenkreis Osnabrück ausgefüllt wurden. Deutlich werde, so führte Tloka aus, dass die Niedrigschwelligkeit von Angeboten ein durchgängiges Leitprinzip sei und persönliche Begegnung mit Glauben und Glaubensthemen als Kernaufgaben betrachtet würden. Vielfach seien Kasualien und Gottesdienste, zum Beispiel in besonderen Lebensphasen oder sogar Krisen, Türöffner für solche Kontakte. Der Erfolg gemeinsamer Projekte, wie das Tauffest oder das ab 2027 geplante Konfi-Camp, zeige, dass Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden wichtiger werde. Außerdem werde berichtet, dass die Verwaltungsaufgaben Kraft binden und es drohe, die Verantwortlichen zu überlasten. „Hier ist es wichtig, auf Kooperation zu setzen und Doppelstrukturen zu vermeiden“, sagte Tloka.

Bei den Nachwahlen und Berufungen in die Ausschüsse der KKS wurden Pastorin Helga Hollander (Wahl in den Gemeindeausschuss) und Pastorin Dr. Laura Schimmelpfennig (Berufung in die Ausschüsse Kirchenmusik und Kultur sowie Öffentlichkeitsarbeit) jeweils einstimmig als neue Mitglieder bestätigt. Pastor Hilko Danckwerts sprach sich dafür aus, einen eigenen Ausschuss für die Arbeit mit Senior*innen einzurichten. Eine Gruppe Pastor*innen und Diakon*innen tausche sich zu diesem Thema aus und plane, die Bildung des Ausschusses bei der Zusammenkunft der KKS im Herbst zu beantragen.

Zusammenlegung der Kirchenämter in Osnabrück und Meppen

Ein weiteres Thema bei der Sitzung der KKS war die Zusammenlegung der Kirchenämter Osnabrück und Meppen und die Erweiterung des Kirchenkreisverbandes Osnabrück-Stadt und -Land um den Kirchenkreis Emsland-Bentheim. Hierfür war Prof. Dr. Christoph Goos, Juristischer Vize-Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, per Video zugeschaltet. Die Synodalen der Osnabrücker KKS nahmen mit 41 Ja-Stimmen und 9 Enthaltungen zur Kenntnis, dass das Landeskirchenamt in Hannover die Fusion der Kirchenämter Osnabrück und Meppen sowie die Erweiterung des Kirchenkreisverbandes Osnabrück-Stadt und -Land zum 1. Januar 2027 anordnen wird. Ferner stimmten sie mit 47 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen für die Erklärung, dass die KKS Osnabrück den Kirchenkreis Emsland-Bentheim im Kirchenkreisverband Osnabrück-Stadt und -Land begrüße. Vorab hatte das Präsidium der KKS deutliche Kritik an der Landeskirche geäußert, die sich auf das Verfahren, die Beteiligung und die zeitlichen Abläufe bezog, nicht aber auf das Ziel der Fusion und Erweiterung.

Termine der nächsten KKS-Sitzungen

  • Samstag, 19. September 2026, 9 bis 10 Uhr, Steinwerk St. Katharinen, anschließend Werkstatt-Tag (nicht öffentlich)
  • Freitag, 27. November 2026, 17 Uhr, Thomaskirche