„Dein Herz schlägt für Menschen, die zu leicht übersehen werden“

Nachricht 12. Januar 2026

Kirchenkreis Osnabrück verabschiedet Fundraiserin Annette Urban-Engels in den Ruhestand / Gottesdienst und Empfang in der Kirche St. Marien

Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Osnabrück hat Fundraiserin Annette Urban-Engels am Samstag in einem Gottesdienst mit anschließendem Empfang in den Ruhestand verabschiedet. Leider hatte der Wintersturm „Elli“ die Zahl der Besucher*innen deutlich ausgedünnt – wegen der Straßenverhältnisse und des teilweise eingestellten Verkehrs auf der Schiene konnten zahlreiche Kolleg*innen nicht anreisen – dennoch nahmen über 60 Gäste an der Verabschiedung von Urban-Engels teil. Nach acht Jahren Dienst im Kirchenkreis Osnabrück dankten Superintendent Dr. Joachim Jeska, Pastor Matthias Bochow als Beauftragter für Fundraising im Kirchenkreis, Vertreter*innen der Kirchengemeinden und in Vertretung für die Kolleg*innen der Landeskirche Johannes Schrader der engagierten Fundraiserin für ihren Einsatz. Den Gottesdienst zur Verabschiedung gestalteten Pastor Matthias Bochow, Pastorin Dr. Jutta Tloka als Vorsitzende des Fundraising-Ausschusses im Kirchenkreis, Superintendent Dr. Joachim Jeska, Diakonin Maren Mittelberg und Nhan Ghia Vo am Flügel. Den Empfang organisierte der Festausschuss der Kirchengemeinde St. Marien.

Sehr viele Gemeinden haben inzwischen Beauftragte für Fundraising und das ist Ihr Verdienst.

Superintendent Dr. Joachim Jeska

Nah bei den Kirchengemeinden und den Menschen

Superintendent Dr. Jeska hob hervor, dass Annette Urban-Engels die Arbeit im Fundraising des Kirchenkreises sehr positiv geprägt und vorangebracht habe. „Sie waren immer nah dran an den Gemeinden und den Menschen vor Ort. Sehr viele Gemeinden haben inzwischen Beauftragte für Fundraising und das ist Ihr Verdienst“, betonte Jeska. Auch die Möglichkeit, über ein Online-Tool digital Spenden annehmen zu können, habe Urban-Engels vorangetrieben. „Ihnen gilt unser großer Dank und ich bin froh, dass Sie uns noch bis Ende Februar mit 15 Stunden pro Woche zu Verfügung stehen, auch um die Nachfolge zu gestalten“, so Jeska.

Du hast Fundraising als das gelebt, was es im Innersten ist: „Friend-raising“.

Pastor Matthias Bochow, Fundraising-Beauftragter im Kirchenkreis Osnabrück

Herz schlägt für den Partnerkirchenkreis in Südafrika

In der Predigt bezeichnete Bochow die drei Weisen, die sich auf die Suche nach dem neugeborenen König begeben hatten und in den Stall Geschenke mitbrachten, als die allerersten Fundraiser des Christentums. „Oder vielleicht sind sie auch eher die ersten Großspender gewesen. Zumindest haben sie verstanden: Zu einer guten Sache kommt man nicht mit leeren Händen“, sagte Bochow. Neben ihren Gaben hätten sie auch sich selbst mitgebracht. Dies sei eine Verbindung zu Annette Urban-Engels und ihrer Arbeit. „Wie die drei Weisen sind wir im Fundraising auf einer Schatzsuche. Wir helfen Menschen, ihren eigenen Stern zu entdecken und ihm zu folgen“, so Bochow. In Anlehnung an die drei Geschenke überreicht Bochow der scheidenden Kollegin Weihrauch, Myrrhe und goldene Schokoladentaler. Gleichzeitig machte Bochow deutlich, dass Urban-Engels sich „stark gemacht habe für Projekte, die heilen. Dein Herz schlägt für Afrika, für Menschen, die zu leicht übersehen werden. Und du hast Fundraising als das gelebt, was es im Innersten ist: ‚Friend-raising‘. Zuhören. Wahrnehmen. Beziehung pflegen. Menschen nicht als ‚Geldbeutel auf zwei Beinen‘ sehen, sondern als Partner. Ich bin mir sicher: Wenn wir nahe beieinanderbleiben, aufeinander achten, dann bringen wir Gottes Reich weiter voran. Dafür ist Kirche da.“

Ich bin froh, dass viele Gemeinden sich auf den Weg gemacht und ihr Fundraising verändert haben.

Annette Urban-Engels

Wertvolle Unterstützung für Arbeit vor Ort

Nach dem Gottesdienst dankte Annette Urban-Engels verschiedenen Weggefährt*innen, die sich im Kirchenkreis für die Etablierung des Fundraisings eingesetzt hätten. Sie sei froh, dass viele Gemeinden sich auf den Weg gemacht und ihr Fundraising verändert hätten. „Dass es eben nicht mehr ‚nur‘ die Ortskirchensteuer der Gemeinden gibt, sondern dass jede Gemeinde Spendenbriefe schreibt und so um Unterstützung für die konkrete Arbeit wirbt“, nannte Urban-Engels ein Beispiel für erreichte Veränderungen.

Kurz vor ihrer Verabschiedung hat die Bielefelderin in einem Interview berichtet, wie sie auf gut 30 Jahre Tätigkeit im Fundraising zurückblickt und wie sie die frei gewordene Zeit künftig nutzen wird.

Interview mit Annette Urban-Engels