Bunte Blumen, Schmetterlinge, Farbmuster oder ein Kreuz – Siebtklässer*innen bemalen Urnen

Nachricht 19. März 2026

Gefäße sind für Verstorbene ohne Angehörige bestimmt / „Ganz anderes Bild“ bei Trauerfeier

Es ist Freitagnachmittag. Am Standort Bonnuskirche hat der Konfi-Tag für die Vorkonfirmand*innen der Evangelisch-lutherischen Emmaus-Gemeinde begonnen. Pastor Thomas Herzberg, Diakonin Antje Mühre und einige Teamer*innen aus der Gemeinde haben die Veranstaltung für die 15 Siebtklässler*innen vorbereitet. Nach einem Quiz erklärt Herzberg die nächste Aktion. Er hält ein helles Kunststoffgefäß in der Hand und berichtet, dass diese Aschekapseln bei der Bestattung von Verstorbenen verwendet werden, die eingeäschert wurden. „Oft werden diese Gefäße in eine Schmuckurne gesetzt. Das passiert aber nicht immer und um genau diese Situationen geht es. Wir möchten gemeinsam mit euch diese Aschekapseln bunt bemalen.“

Schnell ist Zeitungspapier auf den Tischen ausgebreitet, Pinsel und Acrylfarben stehen bereit. Jetzt überlegen die Siebtklässler: „Was malen wir darauf?“ Gemeinsam mit Herzberg, Mühre und den Teamern sammeln sie Ideen, wie eine Urne verziert werden kann. „Blumen, Regenbogen, Schmetterlinge, Landschaft, Sonne, Himmel, Vögel, vielleicht ein Kreuz“, so lauten ihre Einfälle. Dann nehmen die zwölf- und 13-jährigen Jugendlichen die Pinsel in die Hand und malen. Mal entsteht ein Muster aus Punkten, mal eine bunte Farbfläche oder auch ein Kreuz. Die Gefäße werden mit Blumen verziert oder ein Tier wird darauf gemalt. Farbenfroh, so sehen die Aschekapseln anschließend aus.

Feier einmal pro Monat auf dem Heger Friedhof

Aber woher stammt die Idee und wofür sind die Aschekapseln bestimmt? Auch das erklärt Pastor Herzberg. Seit einigen Jahren veranstaltet die Stadt Osnabrück gemeinsam mit der evangelischen und der katholischen Kirche und den Humanisten eine würdevolle Trauerfeier für Menschen, die keine Angehörigen haben und bei denen die Stadt Osnabrück die Bestattung vom Amts wegen organisiert. „Das kann auch der Fall sein, wenn Angehörige aufgrund von schwerwiegenden Konflikten keinen Kontakt mehr zur verstorbenen Person hatten“, berichtet Herzberg. Einmal pro Monat findet diese Feier in der großen Kapelle auf dem Heger Friedhof statt. „Im vergangenen Jahr gab es verschiedene Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum des Heger Friedhofs. Eine Aktion war, dass Kinder auf dem Friedhof Aschekapseln bemalen konnten“, erzählt der Pastor der Emmaus-Gemeinde, der regelmäßig die Trauerfeiern für Menschen ohne Angehörige begleitet. Einige Zeit später seien diese Aschekapseln zum ersten Mal verwendet worden. „Das war ein ganz anderes Bild, denn es standen so bunte, wundervolle Urnen in der Kapelle, das war ein sehr schöner Anblick“, erinnert sich Herzberg. Am gleichen Tag sei die Idee entstanden, auch künftig das Bemalen der Kapseln zu organisieren.