Am Freitag, 13. März, um 19 Uhr wird in der St.-Marien-Kirche, An der Marienkirche, 49074 Osnabrück, die NDR-Dokumentation „Calmeyers Dilemma“ gezeigt. Der Osnabrücker Jurist Hans Georg Calmeyer (1903–1972) war von 1941 bis 1945 von den Natioalsozialisten als „Rassereferent“ in den bestezten Niederlanden eingesetzt. Nach Vorgaben der NS-Rassenpolitik hatte er die Herkunft der Menschen dort zu klären: Arier oder Jude – was hieß: Leben oder Deportation, also meist Tod.
Das Wirken Calmeyers ist bis heute umstritten. Tatsächlich hätten Calmeyer und seine Mitarbeiter versucht, „Einzelne, aber auch ganze Gruppen vor der Verfolgung zu bewahren“, so der Calmeyer-Biograph Mathias Middelberg. Die Zahl der für die Juden günstig entschiedenen Fälle läge bei mindestens 3.709. Scharfe Kritik kam aus den Niederlanden, wonach Calmeyer ein funktionierendes Rädchen in der NS-Maschinerie gewesen sei.
Die 45-minütige NDR-Dokumentation (2025) beleuchtet den moralischen Konflikt zwischen systemischer Macht und individueller Menschlichkeit während der NS-Zeit. Eingeführt wird in den Abend mit einem szenischen Spiel von Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums. Projektleiter sind die Gymnasiallehrer Stefanie Westphal und Dr. Friedemann Neuhaus. Beide Pädagogen sowie Mathias Middelberg, Jurist und CDU-Bundestagsabgeordneter, stehen nach dem Film dem Publikum für Fragen zur Verfügung.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.