Zwei in einem Boot, und das Boot ist die Telefonverbindung

Als sich Jesus mit seinen Jüngern über den See Genezareth aufmachte, brach ein gewaltiger Sturm los. Hohe Wellen schlugen ins Boot, es lief voll Wasser und drohte zu sinken. Jesus stand auf, bedrohte den Wind und rief in das Toben der See: „Sei still! Schweige!“ Da legte sich der Sturm, und tiefe Stille breitete sich aus.

Die Ausstellung der Telefonseelsorge ist bis zum 20. September in der Katharinenkirche zu besichtigen Fotos: Frank Waniek
Fotos: Frank Waniek

Die frohe Botschaft, die Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier in ihrer Predigt zum 40-jährigen Jubiläum der TelefonSeelsorge Osnabrück aufgriff, lautet: Wir sind im Boot mit Jesus, sogar inmitten höchster Lebenswellen. „Zwei in einem Boot, und das Boot ist die Telefonverbindung“, zeichnete die Regionalbischöfin ein treffendes Bild vom heilsamen Wirken der Telefonseelsorge inmitten der Stürme des Lebens.

In dem Jubiläumsgottesdienst in der St.-Katharinen-Kirche wurde es so still wie auf dem See Genezareth, als Sätze von Anrufenden erklangen, vorgetragen aus dem Off: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, „Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Kindern. Das macht mich unfassbar traurig“, „Niemand wird mich vermissen“ oder „Ich weiß, dass ich sterben muss, aber mit meiner Frau kann ich darüber nicht sprechen. Sie ist dann immer so traurig“ – aber auch Sätze wie „Vor einem Jahr haben Sie mir in einer schweren Krise geholfen. Ich möchte dafür einfach mal ‚Danke‘ sagen“ und „Dieses Gespräch hat mir so viel gegeben und meine Situation lebensleichter gemacht“.

Die Sätze von Anruferinnen und Anrufern sind auch Teil einer Ausstellung der Telefonseelsorge, die noch bis zum 20. September in der Katharinenkirche zu besichtigen ist. Dargestellt ist auch ein Chat-Protokoll, denn seit dem Jahr 2018 ergänzt die Chat-Seelsorge das wichtige Angebot der TelefonSeelsorge Osnabrück.