Vom Wert guter Beziehungen - Verabschiedung von Pastorin Thamm

Jede Beziehung lebe vom gemeinsamen Gespräch, ob mit dem Partner, den Kindern oder der Kollegin, begann Pastorin Iveta Thamm ihre Predigt anlässlich des Gottesdienstes zu ihrer Verabschiedung in der Timotheuskirche. Nach vier Jahren Dienst im Kirchenkreis Osnabrück, davon die letzten 16 Monate mit einem Stellenanteil in der Jakobus- und der Timotheusgemeinde, wurde Pastorin Thamm von Superintendent Dr. Joachim Jeska jetzt entpflichtet. Zum 1. Juni wechselt die Theologin zur St.-Johannis-Kirchengemeinde Engter in den Kirchenkreis Bramsche.

(v.l.): Superintendent Dr. Jeska, Frank Waniek, Werner Kirchner, Gudrun Paladey, Pastorin Thamm, Monika Gehnen, Elisabeth Vogt, Pastorin Winkelmann und Christopher Lalottis
Pastorin Thamm wurde auch von beiden Kirchenvorständen verabschiedet (v.l.): Superintendent Dr. Joachim Jeska, Frank Waniek, Werner Kirchner, Gudrun Paladey, Pastorin Iveta Thamm, Monika Gehnen, Elisabeth Vogt, Pastorin Kristin Winkelmann und Christopher Lalottis Foto: Kerstin Wagener

Dankbar für viele Gespräche und Begegnungen

Dabei käme es nicht auf die Menge an, sondern auf die Art und Weise, wie man miteinander spricht, fuhr Pastorin Thamm fort. Gleiches gelte für die Beziehung zu Gott, bei der es darauf ankäme, Gott Anteil an seinem Leben zu geben. Auch die Beziehung zwischen Pastorin und Gemeinde sei eine besondere. „Ich habe in der Jakobus- und der Timotheusgemeinde eine kurze, aber erfüllte Zeit erlebt, mit vielen Gesprächen, Begegnungen und lebendigen Beziehungen, für die ich sehr dankbar bin“, so Pastorin Thamm. „Ich bin in beiden Gemeinden warmherzig aufgenommen worden und bedanke mich bei allen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, besonders bei Pastorin Winkelmann, mit der ich seit Februar des letzten Jahres vertrauensvoll zusammengearbeitet habe – eine Beziehung, die sicher über den Stellenwechsel hinaus Bestand haben wird.“

Menschen benutzen Gott wie eine Kerze Beziehungen wollten nicht nur aufgebaut, sie müssten auch gepflegt werden, erläuterte Pastorin Thamm. „Das ist nicht immer einfach, besonders wenn es um die Beziehung zu Gott geht. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass Gott ihnen nicht antworte, hören sie vielleicht auf zu beten.“ Das sei jedoch der falsche Weg, denn die Beziehung zu Gott sei auf Dauer angelegt, und er antworte nicht immer sofort oder in der Form, wie wir es vielleicht erwarten. „Menschen benutzen Gott wie eine Kerze, um etwas zu finden“, zitierte Pastorin Thamm den spätmittelalterlichen Theologen und Philosophen Meister Eckhart. „Wenn sie es dann gefunden haben, stellen sie die Kerze wieder weg.“ Es lohne, sich zu fragen, was Gott mit einem vorhabe, wo der rote Faden für das eigene Leben verläuft. „Wir sind heute auch zusammengekommen, um unsere Beziehung zu Gott zu pflegen und gemeinsam den roten Faden zu suchen“, erklärte Pastorin Thamm. „Wir suchen in Christus, der uns über die Gemeindegrenzen hinweg zusammenhält.“

Einführung am Pfingstmontag

Pastorin Thamm wird mit ihrer Familie nach Engter umziehen. Dort wird sie am Pfingstmontag, 10. Juni, um 18 Uhr, durch Superintendent Hans Hentschel in ihr neues Amt eingeführt.