Erklärung des „Runden Tisches der Religionen in Osnabrück“ anlässlich des Blutbads in Neuseelands Moscheen

Wir, die Mitglieder des „Runden Tisches der Religionen in Osnabrück“, sind schockiert und erschüttert über den Massenmord in der Al-Nur- und einer anderen Moschee in Christchurch/Neuseeland. 50 Menschen wurden von einem fanatisierten Islamhasser vor dessen laufender Kamera erschossen und weitere Dutzende verletzt, - nur weil sie Muslime sind.

Wir fragen uns: Wenn so etwas auf den Friedensinseln Neuseelands passiert, könnte es auch in unserer Friedensstadt Osnabrück passieren? Vor wenigen Tagen haben wir trotz Sturm und Regen mit über 200 Bürgerinnen und Bürgern vor wieder aufkeimendem Antisemitismus mit einem Friedensgang und Theateraufführungen eindringlich gewarnt. Wir machen uns Sorgen, dass auch in unserer Friedensstadt Antisemitismus wieder aufkeimt. Deshalb warnen wir angesichts der grauenhaften Tat im friedlichen Neuseeland: Auch in Osnabrück könnte rassistische Islamfeindlichkeit zunehmen! Auch in Osnabrück könnte die Harmonie zwischen den Religionsgemeinschaften zerstört werden. Auch in Osnabrück könnte es für Muslimas schwer werden, ihre Kopfbedeckung tragen zu dürfen. Auch in Osnabrück könnten Moscheen angegriffen werden.

Deshalb bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger unserer Friedensstadt, rassistisch-islamfeindlicher und antisemitischer Diskriminierung entgegenzutreten. Der Weg zum Terrorismus führt über verrohte Sprache, innere Anfeindungen und öffentliche Ausgrenzungen im Alltag. Wir fordern vielmehr zu kritischen Begegnungen mit dem Ziel gegenseitigen Kennenlernens und einer Unterscheidung zwischen menschlichen und unmenschlichen Positionen auf.