Weiterbetrieb der Kapelle auf dem Friedhof Hellern - Erklärung von Martin Steinke, stellvertretender Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück

Zur Diskussion um den möglichen Abriss der Kapelle auf dem Friedhof Hellern erklärt Martin Steinke, stellvertretender Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück

Aus Sicht unserer Kirche darf die Friedhofskapelle in Hellern auf keinen Fall abgerissen werden. Die Andacht in der Kapelle und die Bestattung am Grab gehören untrennbar zusammen, auf einem Friedhof ohne Kapelle können keine Beerdigungen begangen werden. Für Menschen, die Angehörige verloren haben und bestatten lassen müssen, ist eine würdige Trauerfeier und ein angemessenes Abschiednehmen ein wichtiger Trost, der es ermöglicht, einen Umgang mit dem erlittenen Verlust zu finden. Es wäre absurd und niemandem zumutbar, den Trauergottesdienst zukünftig in der 1,6 Kilometer entfernten Kapelle des Heger Friedhofs zu begehen und dann am Grab auf dem Friedhof Hellern Abschied zu nehmen. Die geistliche Atmosphäre einer Trauerfeier wäre dadurch, dass zwischendurch organisatorische Fragen wie Parkplatzsuche zu bewältigen wären, massiv gestört. Eine Bestattung erfordert hohe Sensibilität, und Trauernde sind in der Phase des Abschieds dankbar, wenn sie bei der Trauerfeier zur Ruhe kommen können und sich nicht auch noch um technische Fragen kümmern müssen. Außerdem müssen wir an die vielen älteren Menschen denken, die nicht mehr mobil sind und für die der Ortswechsel eine besondere Zumutung wäre.

Ich unterstütze deshalb die Initiative der Martinsgemeinde in Hellern und ihres Pastorenehepaars Kerstin Schaper-Herzberg und Thomas Herzberg, sich für die Sanierung und den Erhalt der Kapelle auf dem Friedhof Hellern einzusetzen. Jegliche Ideen einer Mitfinanzierung durch die Kirchengemeinde weise ich ausdrücklich zurück, denn der Friedhof und die Kapelle sind Eigentum der Stadt und werden von der Stadt für Menschen aller Religionsgemeinschaften wie auch für diejenigen ohne Religion betrieben. Ich appelliere an die Ratsfraktionen der Stadt, diese Verantwortung zu übernehmen und den weiteren Betrieb der Kapelle im Interesse der Bürger in Hellern durch die Übernahme der Sanierungskosten zu ermöglichen.