Stellungnahme von Dr. Joachim Jeska, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück, anlässlich des Beginns der Ausstellung „Körperwelten“ in Osnabrück

Die Ausstellung „Körperwelten“, die ab 19. Mai in der OsnabrückHalle zu sehen ist, sorgt seit Jahren bundesweit für Aufmerksamkeit. Sie bietet positive Anknüpfungspunkte für Gesprächsstoff über die Frage nach dem Menschsein, muss sich meiner Meinung nach jedoch einigen kritischen Fragen stellen.

Nach Angaben der Ausstellungsmacher Dr. Angelina Whalley und Dr. Gunther von Hagens hat sie das Ziel, „einem breiten Laienpublikum den menschlichen Körper und seine Funktionen näherbringen und die Auswirkungen ungesunder Lebensweisen aufzeigen“. Dieses begrüßenswerte aufklärerische Forschungsinteresse würde man allerdings eher bei einem wissenschaftlichen Institut vermuten als in Gestalt einer derartigen Ausstellung. Ich habe den Eindruck, dass der formulierte wissenschaftliche Anspruch die kommerziell erfolgreiche Zurschaustellung von Toten bemäntelt. Als evangelischer Theologe frage ich mich, wie die Totenruhe der Verstorbenen gewahrt wird, wann und wie diese bestattet werden und ob von den Verstorbenen zu Lebzeiten eine eindeutige Einverständniserklärung zur Plastinierung eingeholt wurde.