„Reformationstag als Chance für den gesamtgesellschaftlichen Dialog“

Superintendent Jeska: 31. Oktober als niedersächsischer Feiertag denkbar

Als Reaktion auf die Vorbehalte gegen die Einführung des Reformationstages als niedersächsischen Feiertag, die seitens der jüdischen Religionsgemeinschaft und auch der katholischen Kirche geäußert wurden, unterstreicht Dr. Joachim Jeska, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück, das Potenzial des Reformationsgedankens. „Unsere Kirche hat die Feier zum 500. Jahrestag der Reformation stets mit weltoffenen Angeboten zum ökumenischen und gesellschaftlichen Dialog verbunden, die Gemeinsamkeit der christlichen Kirchen betont und bewusst auch die kritischen Stimmen mit einbezogen“, erklärte Jeska. „Den Reformationstag als Tag der Verehrung Martin Luthers zu verstehen, greift deshalb viel zu kurz“.

Jeska bezieht sich mit seinem Plädoyer auf die Rede des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister anlässlich des Epiphanias-Empfangs im Kloster Loccum am vergangenen Samstag. Dort hatte Ministerpräsident Stephan Weil die besondere gesellschaftliche Rolle der Kirchen und Religionsgemeinschaften betont.

„Der Reformationstag ist kein Tag des evangelischen Triumphalismus, sondern bietet die Chance, die Strukturen in Religion und Gesellschaft zu hinterfragen, nach möglichen Veränderungen zu suchen und die Kriterien dafür von den eigenen Wurzeln her zu entwickeln“, so Jeska. „Auf dieser Basis könnte ein gesellschaftlicher Konsens für den Reformationstag als Feiertag in Niedersachsen denkbar sein.“