Interview mit Andreas Dergham, Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Osnabrück

Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier beauftragt Prediger Andreas Dergham mit der freien Wortverkündigung und Darreichung des Abendmahls. Andreas Dergham ist Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Seit heute (Sonntag, 4. Dezember 2016) hat er den Auftrag der lutherischen Landeskirche, das Wort frei zu verkündigen und das Abendmahl darzureichen. Dieser Auftrag wurde mit einem Gottesdienst in der Osnabrücker Marienkirche gefeiert.

Andreas Dergham
Andreas Dergham

Dergham ist bereits seit drei Jahren in der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Osnabrück tätig, zuvor war der 44-jährige Jugendreferent im Niedersächsischen Jugendverband „Entschieden für Christus (EC)“. Zu Derghams Aufgaben gehört unter anderem die Verkündigung in Gottesdiensten und Gesprächskreisen, die seelsorgerische Begleitung sowie die Entwicklung und Begleitung von Projekten der Landeskirchlichen Gemeinschaft.

Herr Dergham, - was genau ist die Landeskirchliche Gemeinschaft?

Ursprünglich sind Landeskirchliche Gemeinschaften (LKGs) am Ende des 19. Jahrhunderts als Ergänzung zu den Gemeinden der Landeskirchen entstanden. Im Zentrum steht seitdem der Wunsch, den Glauben an Jesus Christus persönlich zu leben und praktisch werden zu lassen. Auch heute ist ein Kennzeichen der LKG ein starker Beteiligungscharakter. Jeder ist eingeladen mitzugestalten und seine Meinung und seine Gaben einzubringen. Uns ist wichtig, füreinander da zu sein und uns in guten und schweren Zeiten zu helfen und zu unterstützen. Unser großes Anliegen ist es, anderen den Glauben an Jesus Christus weiterzugeben. Das kann auch mal ganz kreativ geschehen. Mehrfach haben wir z.B. unser Gemeinschaftshaus in der Langen Straße 19a in eine begehbare Weihnachtslandschaft verwandelt - die so genannte "Weihnachtszeitreise". So wollten wir Menschen verdeutlichen, warum Gott an Weihnachten in diese Welt gekommen ist. In der LKG Osnabrück treffen sich heute Menschen aus verschiedenen Stadtteilen Osnabrücks und dem Osnabrücker Land.

Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin in der evangelischen Jugendarbeit aufgewachsen. Es war mein Wunsch, meine Erfahrungen im Glauben mit anderen Menschen zu teilen. Für mich ist das Vertrauen in Gott das Wertvollste, das ein Mensch in seinem Leben finden kann. Darum habe ich eine Ausbildung am Theologischen Seminar "Evangelistenschule Johanneum" in Wuppertal gemacht. Anschließend war ich als Jugendreferent des EC (Jugendverband „Entschieden für Christus“) in ganz Niedersachsen unterwegs. Nach 17 Jahren entstand bei mir und meiner Frau der Wunsch, fest an einem Ort zu sein um Menschen dauerhaft zu begleiten. So sind wir auf die damals vakante Stelle in Osnabrück gestoßen. Ich liebe es neue Dinge auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Als Landeskirchliche Gemeinschaft haben wir in Osnabrück eine über 100jährige Geschichte. Gleichzeitig sind wir beständig im Wandel. Ich freue mich ein Teil der Geschichte und des Wandels zu sein und gemeinsam Neues zu tun. Es ist schön mit den Menschen aus der LKG für die Menschen in Osnabrück unterwegs zu sein.

Was haben Sie sich - wo Sie nun auch offiziell von Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier beauftragt wurden - für Ihr Amt vorgenommen?

Nun bin ich ja schon drei Jahre als Prediger mit der LKG Osnabrück unterwegs. Viel ändern wird sich durch die Beauftragung also erst einmal nicht. Vielleicht werde ich in Zukunft öfter als bisher auch in Kirchengemeinden predigen und Gottesdienste gestalten. Die Beauftragung bringt vielmehr unsere starke Verbundenheit und Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche zum Ausdruck. Die Landeskirchliche Gemeinschaft ist eine Bewegung in der evangelischen Kirche. Durch die Beauftragung spricht uns die Kirche ihr Vertrauen aus und unterstreicht diese guten Verbindungen. Das freut mich sehr.