Große Worte – großes Zerrbild

Stellungnahme von Dr. Joachim Jeska, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Osnabrück, zu den Aussagen von Peter Hahne in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 12. April

Peter Hahne bemüht nicht zum ersten Mal große Worte für einen kritischen Rundumschlag gegen die Evangelische Kirche, deren Ratsmitglied er 17 Jahre lang war, zeichnet allerdings einmal mehr ein Zerrbild unserer Kirche. Die breite positive Resonanz auf das Reformationsjubiläum, die uns aus vielen Gemeinden, Kirchenkreisen, Verbänden und Institutionen erreicht, zeigt uns, dass wir mit unserer Botschaft in der Mitte der Gesellschaft ankommen und Gehör und Aufmerksamkeit finden. Unsere Kommunikationsinstrumente sind Worte und Bilder, Ausstellungen, Vorträge, aber auch Theater und Kabarett. Von einer Kirchensteuermittel gedankenlos verschwendenden Eventisierung unseres Auftritts kann daher keine Rede sein. Ich begrüße im Übrigen anders als Peter Hahne sehr, dass unser EKD-Vorsitzender, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, den Friedensnobelpreisträger Barack Obama zur Teilnahme am Evangelischen Kirchentag gewonnen hat. Sein Besuch ist kein PR-Gag; Ex-Präsident Obama hat sich immer wieder für humanitäre Werte in der Politik stark gemacht und in seiner Zeit in Chicago christliche Graswurzelarbeit unterstützt.

In unserer Region haben wir einen starken überkonfessionellen Trägerverbund zur Feier des Reformationsjubiläums gegründet. Auch ihm und all denjenigen, die der Verbund repräsentiert, tut Peter Hahne mit seiner Kritik unrecht. Auch wenn wir uns des Öfteren sonntags mehr Kirchenbesucher wünschen, stellen wir immer wieder fest, wieviel Engagement evangelische Christen in die ehrenamtliche Gemeindearbeit, die Unterstützung diakonischer Einrichtungen oder die Jugend- und Konfirmandenarbeit einbringen und wie sehr hier gerade auch Jugendliche mitarbeiten. Von einer seelenlosen Leere der Herzen unserer Kirche kann also keine Rede sein.

Peter Hahne wählt gern die Öffentlichkeit für seine lautstarke Kritik an unserer Kirche. Wir laden ihn gern ein, darüber mit uns offen zu diskutieren.