Das inklusive Miteinander muss geübt sein

Den freien Samstagvormittag gemeinsam sinnvoll verbringen, miteinander reden, etwas bewirken und auch noch Spaß an allem haben: 12 Kursteilnehmer probierten es in der Ev. Familienbildungsstätte Osnabrück aus. „Herzenssache Inklusion?!“ so lautete ihr Thema. Das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung wird auch beim 3. Treffen am Samstag, 28. Mai im Mittelpunkt stehen.

Mit Diskussionen unter bunten Schirmen oder Farb- und Textilexperimenten kamen die Kursteilnehmer von „Herzenssache Inklusion“ ihrem Anliegen ein gutes Stück näher.
Mit Diskussionen unter bunten Schirmen oder Farb- und Textilexperimenten kamen die Kursteilnehmer von „Herzenssache Inklusion“ ihrem Anliegen ein gutes Stück näher.

Wenn Inklusion zur Herzenssache wird, werfen sich beim Gespräch auf Augenhöhe viele Fragen auf. In diesem Fall waren die Teilnehmer meistens mit den Antworten zufrieden, manchmal auch nicht. Wenn Inklusion kreativ hinterfragt wird, entstehen Kunstwerke in allen Farben, gelegentlich auch starre Masken. Die 12 Teilnehmer stellen viele Gemeinsamkeiten fest und entwickeln neue, sie bauen an der Inklusion. Eingeladen zur Schulung „Herzenssache Inklusion?! hatten Birgit Jaeger und Karen Mittelberg, Kontaktstelle Inklusion im Kirchenkreisverband Osnabrück. Menschen, die sich in ihren Kirchengemeinden und Betrieben engagieren und Menschen mit Behinderung stärker integrieren möchten, ließen sich ansprechen. Mit dabei waren auch Auszubildende, die die Erfahrungen des Kurses beruflich nutzen möchten und natürlich Menschen mit Einschränkungen, die in Wohnheimen oder bei ihren Familien leben.

Bei den Treffen von Herzenssache Inklusion?! geht es um das bessere Verstehen, die gegenseitige Wertschätzung, den respektvollen Umgang, schließlich auch darum, Schritte zu entwickeln, die weiter und schneller zur Inklusion führen. In zwei Gruppen arbeiten die Teilnehmer an der Inklusion - mal kreativ, mal sachbezogen. Meistens fallen Behinderungen ins Auge, häufig werden sie auch als störend empfunden, so die Wahrnehmungen der Teilnehmer. „Können sich an deinem Arbeitsplatz alle Menschen gleichermaßen willkommen fühlen?“ fragte Maren Mittelberg. Die Inklusionsbeauftragte und alle Teilnehmen freuten sich über das Ergebnis, denn fast alle beantworteten die Frage mit einem klaren „Ja“.  

Dennoch: Stufen, Mauern in den Köpfen, sogar Webfäden können zu Barrieren werden, wie die Kreativgruppe experimentierte. Die Teilnehmer versuchten, diese Grenzen symbolisch zu überwinden - mit bunten Farben auf starren Masken, mit verschlungenen Fäden und vor allem mit bester Laune am beim gemeinsamen Ausprobieren. Der Kurs „Herzenssache Inklusion?! wird zum ersten Mal im Kirchenkreisverband Osnabrück durchgeführt. Das Ziel, nämlich Menschen mit Behinderung als gleichberechtigte Partner in Kirche, Arbeitswelt und Gesellschaft zu integrieren, ist längst nicht erreicht. Damit für alle Inklusion zur Herzenssache wird, müssen weitere Schritte und Kurse folgen.