Beziehung, Haltung, Kommunikation - Fundraising-Basiskurse stellen Wissen für die Arbeit vor Ort zur Verfügung

Erfolgreiches Fundraising hat immer etwas mit dem Aufbau von Beziehungen zu tun – diese Erkenntnis haben zum Ende des dreitägigen Basiskurses Fundraising wohl alle 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen. Im hannoverschen Stephansstift haben sie sich mithilfe von Impulsen mehrerer Referenten, in Gruppenarbeit und mit dem Erstellen einer Abschlusspräsentation Grundlagenwissen zum Fundraising erarbeitet und können jetzt in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld darauf aufbauen. „Wir haben im Kirchenvorstand bisher auf das freiwillige Kirchgeld gesetzt“, sagt Birgit Bornemann, Kirchenvorsteherin in der Ev.-luth. Martins-Kirchengemeinde Osnabrück-Hellern und Kuratorin der Martinsstiftung. „Hier habe ich gelernt, dass Fundraising aber viel mehr ist als zwei Spendenbriefe jährlich: Es geht um den Aufbau von Beziehungen.“

Marcus Dohm und Teilnehmerin beim Basiskurs 1
Anna Findet und Marcus Dohm
Anna Findet und Marcus Dohm
Teilnehmer und Kursleitende beim Basiskurs 2

„Fundraising mit Herz und Verstand“ sind die Basiskurse in Hannover überschrieben – mit gutem Grund, wie Kursleiterin Anna Findert sagt. Die Referentin für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Fundraising im Evangelischen MedienServiceZentrum ist überzeugt davon, dass jeder Mensch über Eigenschaften verfügt, die für ein erfolgreiches Fundraising relevant sind; darüber hinaus seien die innere Haltung und die Kommunikationsfähigkeit entscheidend. „Nur wer selbst motiviert ist, kann aus dieser Haltung heraus auch andere motivieren“, sagt Anna Findert und sorgt in den Basiskursen dafür, dass der Funken überspringt.

Vor etwa 15 Jahren schon wurde in der hannoverschen Landeskirche die Notwendigkeit des Fundraisings erkannt; seither hat es allein in Hannover rund 30 Basiskurse gegeben, weitere vor Ort in Kirchenkreisen und beim Diakonischen Werk. Während die Kurse zunächst in Kooperation mit der Fundraising-Akademie Frankfurt angeboten wurden, wurde vor fünf Jahren erstmals ein eigenständiges Angebot entwickelt – und das sehr erfolgreich. „Alle unsere Dozenten haben eine fundierte Ausbildung und mindestens zehn Jahre Erfahrung“, berichtet Anna Findert. Mittlerweile kann das Fundraising-Team der hannoverschen Landeskirche auf eine besondere Auszeichnung verweisen: „Als einziger Anbieter bundesweit sind wir seit September 2015 nach den Richtlinien der European Fundraising Association zertifiziert“, erklärt Marcus Dohm, Fundraiser in den Kirchenkreisen Burgdorf und Burgwedel-Langenhagen. Gemeinsam mit Anna Findert leitet er die Basiskurse in Hannover; zum Referenten-Team gehören darüber hinaus sechs weitere Fundraiser.

„Während die Teilnehmenden vor acht oder zehn Jahren oft einfach mal schauen wollten, was Fundraising eigentlich ist, kommen heute die meisten mit ganz konkreten Ideen oder Projekten in die Kurse“, berichtet Anna Findert während einer Kaffeepause im Stephansstift. Sie und Marcus Dohm sind beeindruckt davon, wie selbstbewusst viele Ehren- und Hauptamtliche sich an echte Herausforderungen heranwagen: „Sie trauen sich zu, auch richtig große Summen für die Sanierung einer historischen Orgel oder die Neugestaltung des Kita-Geländes einzuwerben – das ist großartig.“ Noch recht verhalten ist der Umgang mit dem sensiblen Thema Erbschafts-Fundraising, für das im hannoverschen Team zurzeit der Boden bereitet wird. Natürlich spielen dabei die theologischen und ethischen Grundlagen eine wichtige Rolle, „aber das ist generell im Fundraising so“, erklärt Marcus Dohm.